Strom-Communitys oder: der Stromzähler wird digital – Teil 2
Am 30. Juni 2008 hatten wir hier bei valucon schon einmal einen Blogeintrag zu den digitalen Stromzählern (übrigens einer unser meistgelesenen Einträge). Jetzt gibt es konkrete Neuigkeiten. Wie die FAZ (1. Dez. 08, S. 13) berichtet, bietet der Stromanbieter Yello ab sofort jedem Hausbesitzer (egal ob Yello-Kunde oder nicht) einen digitalen Stromzähler an. Interessant ist, wie der Datenfluss funktioniert. Der neue Stromzähler erfasst den Verbrauch, schickt diese Informationen über das Stromnetz des Hauses zu einem Internetrouter, der wiederum die Daten in das Rechenzentrum von Yello überträgt. Der Hausbesitzer kann dann von seinem PC aus Informationen über seinen Stromverbrauch online abrufen. Das klingt zwar kompliziert – aber die Technik dafür ist ausgereift. Der Datentransport über das Stromnetz kann z. B. über die sog. Powerline-Technik abgewickelt werden. Und Internetverbindungen über DSL oder Kabel sind ebenfalls hinreichend zuverlässig. In ihrem Artikel illustriert die FAZ zudem getreu nach dem Motto: „Was man nicht messen kann, kann man nicht managen“ auch gleich ein paar mögliche Szenarien. So gibt man z. B. der Spülmaschine der Zukunft nur noch den Zeitpunkt an, bis wann sie fertig sein muss. Ein Stromdienstleister der Zukunft berechnet daraus den günstigsten Zeitpunkt für den Start der Maschine (wenn der Strom am billigsten ist). Das gleiche gilt für die Wärmepumpe oder das Elektroauto der Zukunft. Aber bis es soweit ist, werden noch viele Jahre vergehen. Viel konkreter und schneller lassen sich anderen Szenarien verwirklichen. Wie wäre es zum Beispiel mit einer Stromkunden-Community? Dazu müsste jeder Hausbesitzer die Verbrauchsdaten um seine stromverbrauchsrelevante Wohnsituation über das Onlineportal ergänzen. Diese Daten könnten dann anonymisiert veröffentlich werden. Dann könnten Vergleiche angestellt werden: Welchen Verbrauch besitzen andere Haushalte mit ähnlichen Bedingungen? Warum verbrauche ich relativ so viel? Solche Fragen regen an. Klar ist, dass man die Höhe des eigenen Stromverbrauchs dadurch messen kann, indem man an jedes Gerät ein Strommessgerät anbringt. Aber wer macht das schon. Strom-Communitys bringen dagegen ein spielerisches Element in die ansonsten doch recht trockene Materie. Man trifft Gleichgesinnte, kann sich gegenseitig helfen und aufklären und – ganz wichtig – man kann sich mit anderen vergleichen. Das machte der Mensch schon immer gern. Und auch der Stromanbieter, der diese Community betreibt, könnte daraus vielleicht einen kleinen Nutzen ziehen wenn er so die Kundenbindung erhöhen könnte. Eines ist klar: die Entwicklungen werden spannend sein.
(Bildquelle: Yello-Pressedienst)
Schon im Jahr 2005 wurden in einer Studie über zukünftige Mediendienste, die auf der Verbindung von Transport- und Heimnetzen beruhen überdurchschnittliche Wachstumsraten prognostiziert. Die zentrale Vision, dass sämtliche Dienste, wie Telefonie, IT und Home Entertainment, wie z.B. Video- oder Music- on demand-Dienste in einer vernetzen Welt problemlos vom Anbieter abgerufen, zentral abgespeichert und über unterschiedliche Endgeräte hinweg empfangen werden können, ist bis heute nur bedingt möglich und dann auch nur Personen mit einer gewissen Technologieaffinität vorbehalten.




Google hat einen, Hewlett-Packard und Yahoo auch. Und viele andere Firmen haben zwar keinen eigenen, mieten sich aber fallweise einen, wie z. B. Ebay. Von wem die Rede ist? Von einem Ökonomen, der mit Hilfe von Experimenten versucht herauszufinden, wie die Geschäftsmodelle dieser Firmen verbessert werden können. Das neue, von Ebay vor kurzem auch in Deutschland eingeführte Bewertungssystem für Verkäufer ist z. B. das Ergebnis der Arbeit dieser Ökonomen. Die daran beteiligten Forscher behaupten, dass dadurch der Wert der verkauften Produkte um 25% gestiegen sei. Bei Google arbeitet der wohl bekannteste Firmen-Ökonom: Hal Varian. Varian hat zusammen mit Carl Shapiro eines der einflussreichsten Bücher über die Digitalisierung der Wirtschaft geschrieben*. Bei Google kümmert sich Varian u. a. um die Optimierung der Keyword-Auktionen und damit um das
Ich bin ein großer Fan der Kolumne "Der Sonntagsökonom", die jede Woche in der Frankfurter Sonntagszeitung erscheint. Die Kolumne bereitet Veröffentlichungen der ökonomischen Fachliteratur, die in der Regel sehr statistiklastig sind, lesefreundlich auf. Vor einigen Wochen (FAS Nr. 32, Seite 34) behauptete die Kolumne in ihrer Überschrift, dass diejenigen, die Alkohol trinken würden, mehr Geld verdienen würden. Das überrascht - und so ist es natürlich auch gedacht. Und selbstverständlich ist diese Aussage Quatsch. Die Kolumne zitiert zwei Forscher, die herausgefunden haben wollen, dass Personen, die regelmäßig Alkohol konsumieren im Durchschnitt zehn Prozent mehr pro Stunde verdienen als Abstinenzler. Dabei gilt, dass der Städter vor allem Cocktails trinken sollte - das führe zu einem Gehaltsplus von 20%. Bier würde dagegen keinen Einkommenseffekt erzielen. Anders auf dem Land: Dort führt Bierkonsum zu einem höheren Gehalt, Cocktails dagegen nicht. Die ganze Diskussion verleitet dazu anzunehmen, man müsse nur eine Flasche Alkohol zu sich nehmen, etwas warten und schon würde das Einkommen magisch steigen. Die Kolumne nimmt zwar selbst von dieser Aussage Abstand. Aber dazu muss man sie ganz gelesen haben. Und auch dann noch fragt man sich, was das Ganze soll. Es handelt sich dabei um theorielose Statistik - was nahezu wertlos ist. Es gibt keinen kausalen Zusammenhang zwischen der Höhe und der Art des Alkoholkonsums und des Einkommens. Wenn die Forscher Personen nach ihrem Alkoholkonsum befragen, messen sie indirekt das Sozialverhalten. Personen, die sich viel mit anderen Menschen im Rahmen von z. B. Geschäftsessen oder After-Work-Partys treffen, trinken dort auch oft Alkohol. Der Alkoholkonsum ist also höher als bei Personen, die weniger "socializen". Es ist also nicht der Alkohol, der zu einem höheren Gehalt führt, sondern es sind die sozialen Kontakte von Menschen. Wer mehr soziale Kontakte pflegt, kommt an interessantere Jobs und verdient daher mehr Geld. Das ist eine Begründung, die doch wesentlich plausibler klingt, oder?
Die kleinen verzerrten Bildchen mit den als Graphik dargestellten Buchstaben-/Zahlenrätseln, den sog. CAPTCHAs (Completely Automated Public Turing-Test to Tell Computers and Humans Apart) erfreuen sich bei der Validierung von Formulareingaben bei Webseitenbetreibern großer Beliebtheit - siehe auch unser Kontaktformular. Die Schutzfunktion basiert auf der Annahme, dass die dargestellten Bildmuster im Gegensatz zu Computern für Menschen recht einfach in Text umzusetzen sind, und führen dazu, dass automatisierte Verfahren zur Eingabe von Formulardaten erschwert werden. Der Grundgedanke von reCAPTCHAS ist der gleiche, nur mit dem Unterschied, dass die Zeit (aktuell ca. 150.000 h), die Internetnutzer weltweit pro Tag damit verbringen CAPTCHAs zu lösen, sinnvoll genutzt wird. Auch ist sicherlich damit die Idee verbunden, die Nutzerakzeptanz von CAPTCHAs allgemein zu verbessern. reCAPTCHAs fragen dabei die bei der Digitalisierung von Büchern für das gemeinnützige Archiv (Archive.org) von einer Texterkennungssoftware nicht erkannten Wörter ab, der Internetnutzer löst sie und sendet diese an den Webdienst zurück. Auf diese Weise konnten bereits ca. 17.000 Bücher übersetzt werden.